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Die entscheidende Kränkung / Verletzung/ Enttäuschung bzw. Erfahrung/Erlebnis, die mich mit Hilfe der GoB-Karte zu der Entscheidung geführt hat, mich von meinem Partner / meiner Partnerin zu trennen:

dauerstreit

Dauerstreit

Sie reagieren gereizt auf alles, was Ihr Partner sagt, tut oder will? Jedes Gespräch endet letztlich im Streit? Die Beziehung steckt dann in einer tiefen Krise, wenn es danach keine liebevolle Versöhnung, sondern bestenfalls ein Totschweigen der Konflikte gibt. Der Streit eskaliert, die Vorwürfe und Anschuldigungen werden heftiger.

Wie entsteht Dauerstreit?

Dauerstreit in einer Beziehung bedeutet, dass Konflikte eskaliert sind. Typische Eskalationsstufen sind dabei (in Anlehnung an Glasl):
1. Verhärtung: Verschiedene Standpunkte verhärten sich und prallen immer heftiger aufeinander.
2. Polarisierung: Ein Schwarz-Weiß-Denken zieht ein; es geht darum, Recht zu bekommen und den anderen in seiner Position abzuwerten.
3. Tatsachen schaffen: Statt Austausch werden vollendete Tatsachen geschaffen, da man/frau „ja mit dem Partner nicht mehr reden kann“.
4. Feindbilder entstehen: Der Partner wird abgewertet und man/frau sucht Verbündete (Familienmitglieder, Freunde, Koryphäen) für die eigene Position.
5. Öffentliche Bloßstellung: Die Partner stellen sich öffentlich bloß und führen öffentlich abwertenden Streit.
6. Konfrontation: Der Streit wird bedrohlich, es werden Konsequenzen angedroht; es wird die Konfrontation gesucht – bis hin zu Handgreiflichkeiten.

Dauerstreit bedeutet, dass der Streit immer weiter in der beschriebenen Weise eskaliert ist und es keinen Ausweg daraus mehr gibt. Es ist „zu viel Porzellan zerschlagen worden“ – oft auch im ganz wörtlichen Sinne. Die Beziehung ist am Ende unter der Last dauernden Streits, wegen häufiger Rückfälle oder weil ohnehin schon alle Ressourcen aufgebraucht sind. Der Streit hat sich dann schon längst in alle Tiefen der Partnerschaft hineingefressen.

Erkennen Sie sich in dem Eskalationsmuster wieder? Wo stehen Sie?

Kurz-Anregungen:
Was können Sie jetzt vorrangig tun?

Partnerbeziehungen sind komplexe Beziehungsgebilde; keine Beziehung ist wie die andere; kein Dauerstreit gleicht dem anderen. Dennoch gibt es einige generelle Kurz-Anregungen. Für das Aussteigen aus dem Dauerstreit mit Ihrem Partner(in) bleibt nur die Trennung.

Aussteigen aus der Streit-Eskalation hat seinen/ihren Preis

Anregung 1:
Es besteht die große Gefahr, dass Sie trotz einer klaren Trennung auf lange Zeit mit Ihrem Partner(in)verbunden bleiben, weil der Dauerstreit sich fortsetzt. Es geht dann um Trennungsmodalitäten, Unterhalt, Kinder, Haus, Wer-Bekommt-Was usw. Solche Auseinandersetzungen sich über Jahre hinziehen, weil keiner von Ihnen beiden „nachgeben“ will. Sie müssen sich deshalb jetzt entscheiden, ob Sie das bisherige Streitmuster auch in und nach der Trennung weiter beibehalten wollen. Oder ob Sie großzügig sein können und Ihren Partner(in) durch Freigiebigkeit, Großherzigkeit und ein weites Entgegenkommen „entwaffnen“ wollen. Es mag so aussehen, als ob Ihr Partner(in) Sie dabei übervorteilt. Sie gewinnen jedoch dadurch Freiheit. Sie gehen dadurch den ganzen Weg der Eskalationstufen wieder zurück.

 
 

Einige Fragen zur Klärung:

Haben Sie eine Anregung gefunden, wie Sie aus dem Dauestreit aussteigen können? In welchen Bereichen besteht die Gefahr einer Dauerauseinandersetzung? Was bedeutet es für Sie, großherzig zu sein, statt bis ins Detail Geben und Nehmen aufzurechnen?

 
 
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