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Die entscheidende Kränkung / Verletzung/ Enttäuschung bzw. Erfahrung/Erlebnis, die mich mit Hilfe der GoB-Karte zu der Entscheidung geführt hat, mich von meinem Partner / meiner Partnerin zu trennen:

gehen oder bleiben 10

Destruktives Schweigen und Rückzug der Partner

Rückzug und Schweigen in einer Partnerbeziehung sind dann zerstörerisch, wenn sie eine Reaktion auf dauernde Kritik, Verachtung und Rechtfertigungsverhalten sind. Es ist ein Kreislauf in Gang gekommen, der neue Kritik, neue Verachtung und neue Rechtfertigungen produziert. Irgendwann macht einer der Partner dicht und zieht sich ganz zurück. In 85 % der Fälle ist es der Mann, der sich immer mehr zurückzieht. Irgendwann resigniert auch der andere Partner. Der Rest ist Schweigen.

Warum sind Sie möglicherweise in die Rückzugsfalle geraten?

„Ich bin für ihn/sie nur noch Luft“ – so beginnen häufig die Berichte über den Anfang eines Rückzugs.

Im Laufe einer Beziehung treten
– unerfüllte Wünsche,
– ungleiche sexuelle Bedürfnisse,
– (Ent-)Täuschungen über sich und/oder des Partner(in),
– Schwachpunkte des Partners,
– Persönlichkeitsstörungen und Familienprägungen,
– unterschiedliche Lebenseinstellungen und Wertvorstellungen
wie in einem Brennglas immer deutlicher zu Tage.
Da kann sich einschleichen, dass ein Partner beginnt (oder auch beide), den anderen abzuwerten, ständig zu kritisieren, ihn zu erniedrigen oder ihm/ihr ständig Verbesserungsvorschläge zu machen („ist doch nur gut gemeint“). Der betroffene Partner reagiert typischerweise darauf mit Rückzug. Der andere Partner erlebt das oft als bewusste Missachtung und eine absichtliche Abstrafung. Schweigen macht ohnmächtig und erzeugt Wut und Verzweiflung. Wenn dieser Teufelskreis einmal in Gang ist, entsteht über die Monate und Jahre eine Kluft, die von den Partnern nicht mehr zu überbrücken ist. Gegenseitige Achtung und Respekt sind verloren gegangen. Beide leben nur noch nebeneinander her.

Kurz-Anregungen:
Was können Sie jetzt vorrangig tun?

Partnerbeziehungen sind komplexe Beziehungsgebilde; keine Beziehung ist wie die andere; kein Rückzug und keine Schweigespirale gleicht der anderen. Dennoch gibt es einige generelle Kurz-Anregungen. Ihre Situation der Entfremdung, des Rückzug und des Schweigens belastet Sie so sehr, dass Sie sich trennen. Was steht jetzt für Sie an?

Mit dem Partner(in) in ein konstruktives Gespräch über die Trennungsmodalitäten kommen.

Rückzug und Schweigen ist eine zutiefst resignative Haltung, bei der unterschwellig viel Wut und Aggression im Spiel sind. Wenn Sie jetzt eine Trennung vollziehen wollen, kann es sein, dass sich auf beiden Seiten diese aufgestaute Aggression Bahn bricht und es zu heftigen Auseinandersetzungen bis hin zu Handgreiflichkeiten kommen kann. Jetzt ist jedoch nicht die Zeit für Beziehungsklärungen. Sie brauchen beide Zeit und Abstand. Zu einem viel späteren Zeitpunkt mag es dann möglich sein, Vergangenes aufzuarbeiten. Dann kann das Schweigen zwischen Ihnen vielleicht durchbrochen werden.

Anregung 1:
Lassen Sie die Beziehungsgeschichte ruhen, jedes „falsche“ (d.h. missverstandene) Wort kann wieder Aggressionen und Wut schüren. Jetzt geht es doch zunächst darum, zu verbindlichen Absprachen zu kommen, wie die Trennung erfolgen soll. Notieren Sie sich, was Ihnen auf jeden Fall wichtig ist und äußern Sie klar Ihre Wünsche. Bitten Sie Ihren Partner(in), das Gleiche zu tun: „Was sind deine Wünsche für diese Situation?“

Anregung 2:
Seien Sie großzügig. Gehen Sie so weit wie möglich auf die Wünsche des Partners/der Partnerin ein – ohne Ihr Ziel einer „Trennung jetzt“ aus dem Auge zu verlieren. Jetzt ist nicht die Zeit für Rosenkriege und Rachefeldzüge. Sie brauchen zunächst Raum zum Atmen und Leben, nachdem Ihnen die Enge des Schweigens die Luft und die Lebensfreude genommen hat. Dafür sollten Sie bereit sein, auch einen Preis zu zahlen. Tun Sie alles, was für dieses Ziel „günstig“ ist.

 
 

Einige Fragen zur Klärung:

Haben Sie eine Anregung gefunden, wie Sie mit Ihrem Partner über die Trennung ins Gespräch kommen wollen? Worum wollen Sie Ihrem Partner(in) jetzt in Bezug auf die Trennung konkret bitten? Was wird Ihr Partner(in) an Wünschen äußern? Worauf wollen Sie eingehen, worauf nicht?

 
 
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